Zentrum Neue Wege, Ulrike v. Schweinitz

Theater und  mehr für Körper, Geist und Seele Zentrum Neue Wege
















Bericht einer Teilnehmerin über die 1. Theaterfreizeit im niederländischen Landalpark „Heideheuvel“

 

Das Thema der Freizeit war:


„Wir entwickeln eine neue Geschichte aus 7 verschiedenen Märchen und ihren Figuren“


Die Vorfreude und Neugierde war groß, unser erstes gemeinsames Projekt außerhalb der gewohnten Umgebung. Wie wird es sein, wie sieht es dort aus, wie werden wir miteinander auskommen? Viele spannende Fragen – die Vorbereitungen liefen, wer bringt was mit, essen, trinken, Handtücher ja oder nein, Bettwäsche? Wer fährt mit wem? Einzelzimmer-Doppelzimmer? Was gibt es nicht alles zu bedenke. Es klärte sich alles von alleine, ein Großeinkauf, jeder brachte noch etwas mit und mit drei Autos kam jeder am Ziel an.


Die Aha-Effekte waren deutlich zu hören, wau, was für ein schönes großes geräumiges Haus, alle Bedürfnisse waren gedeckt und noch ein Extra an Luxus – Sauna und Solarium – das konnte nur gut werden.


Nachdem jeder ein Zimmer mit Bett belebt hatte, stand für 18:00 das erste gemeinsame Abendessen an. Welch eine schöne Runde, die Tafel war bunt gedeckt mit vielen Leckereien und wir ließen es uns schmecken.


19:30 die erste Gruppensitzung, denn wir sind ja nicht nur zum Relaxen da. Thema der ersten Sitzung: Vorstellung deines Lieblingsmärchens. Es war ein bunter Abend von Märchen, jedes hatte seine ganz individuelle Aussage die nachdenklich stimmte und uns ins Gespräch miteinander brachte, egal ob es das Mädchen ohne Arme, die Bremer Stadtmusikanten, Hans im Glück , Max und Moritz , das Zeitmärchen , Rumpelstilzchen oder die Bienenkönigin war – wir entschwanden an diesem Abend in unseren Träumen in die Welt der Märchen.


Am nächsten Morgen starteten wir mit einem gemeinsamen Frühstück, einer Befindlichkeitsrunde und einer Tanzmeditation, um 9:30 sollte die zweite Gruppensitzung starten. Wir waren gespannt was nun mit unseren Märchen geschehen sollte.

Wir erhielten die Aufgabe eine Titelfigur aus einem Märchen zu wählen und diese Figur zu interviewen, schriftlich verfasste jeder ein Interview. Danach sollte dieses Interview zu einem Text für eine Zeitung zusammengefasst werden. Es kamen faszinierende Reportagen zustande, die intensive Lebensfragen beleuchteten.


Nach einem gemeinsamen köstlichen Mittagessen und einer entspannten Mittagspause ging es in Runde drei, die Figuren sollten spielerisch belebt werden. Da wurde Robin Hood gefragt, warum er so sozial eingestellt ist, warum Rumpelstilzchen so alleine im Wald lebt, wie ein Mädchen es zulassen kann, dass seine Hände abgehackt werden…..es gab so viel zu erfragen und es war erstaunlich, was die Figuren wirklich von sich Preis geben wollten.


Nach diesem bewegten Nachmittag gab es am Abend noch eine Zugabe, eine Teilnehmerin bot „Dialogisches Malen“ an, ich hatte noch nie davon gehört, es war eine große Bereicherung diese Form des Dialoges auszuprobieren, ein großes Danke an die Kollegin für diese Einheit.


Und schon war Sonntag und wir waren weiter gespannt was nun folgte.

Als wir die Aufgabenstellung hörten, rauchte uns allen zunächst der Kopf.


Ausarbeitung einer Improvisation in Kleingruppen: wer ist der Held in deiner Geschichte, welche Aufgabe hat er zu bewältigen, welche Hindernisse stellen sich in den Weg, wer wird als Helfer kommen, welche Durchführung wird den Helden zum Ziel bringen. Wir hatten sieben Helden aus den bekannten Märchen zur Verfügung, die Grundthemen, die vorher herausgearbeitet wurden, sollten in den Geschichten vorkommen - also ran ans Werk.


Was für Ergebnisse ! Jedes Stück für sich war Bühnenreif, eine tolle Ausarbeitung und Vorführung von jedem einzelnen. In der Arbeitsagentur bekamen auf einmal die Märchenhelden völlig falsche Berufe zugewiesen, Robin Hood landete mit Burnout in einer Reha Einrichtung und und und, es ist kaum in Worte zu fassen, es war Freude, Tränen, lachen, Ernst, es war alles dabei.

Es war ein sehr schöner Ausklang für ein intensives Wochenende.


Wir als Gruppe sind uns nochmal näher gekommen, die Befindlichkeitsrunden ließen viel Raum für das wichtige, was uns derzeit bewegte. Jeder hatte Raum sich mit seinen Energien entsprechend einzubringen.

Ulrike, unsere Leiterin stand uns stets zur Seite, wenn die Köpfe rauchten, wenn wir glaubten keine Einfälle zu haben, es lief einfach weiter und machte riesigen Spaß.

Es war der Beginn eines Projektes das zur Aufführung werden wird und ich bin total gespannt auf das fertige Endprodukt.

Ich möchte mich im Namen aller für dieses wunderbare Wochenende bedanken und ein ganz dickes Danke an Ulrike für die Leitung und Organisation.


In den Pausen wurde bei Bollo Halt gemacht

Frau Kohlen, Arbeitsberaterin versteht

die Arbeitssuchenden nicht

An einem sehr geräumigen Tisch wurden die Mahlzeiten eingenommen

Trotz Schnee und Kälte lud der großzügige Garten zum

Verweilen ein.